Die Offene Jugendarbeit

Offene Jugendarbeit bietet Jugendlichen Strukturen und Ressourcen, die Vielfalt ihrer Lebensprojekte in einem unterstützenden und schützenden Umfeld umzusetzen und sich an den daraus folgenden Ergebnissen zu messen. Dadurch werden die Voraussetzungen für das bewusste Hineinwachsen der Jugendlichen in die Gesellschaft geschaffen.
Die JugendarbeiterInnen übernehmen in diesem Prozess die Rolle der BegleiterInnen, BeraterInnen und AnsprechpartnerInnen für die Jugendlichen und für ihr jeweiliges Handlungsumfeld. In der Arbeit mit Jugendlichen tragen die JugendarbeiterInnen die Verantwortung für den Erfolg der Arbeit. Offene Jugendarbeit muss sich auf die lokalen Variablen ihres Handlungsumfeldes einlassen. Das bedeutet, dass sie die Möglichkeiten für die Entfaltung von Ideen und Projekten Jugendlicher in der eigenen Gemeinde wahrnehmen und gleichzeitig darauf achten muss, die oft stillschweigend vereinbarten und vorherrschenden Regeln der Gemeinde nicht zu verletzen.

Vernetzung

Wozu?

Die Jugendarbeit folgt dem Fluss der Veränderung in den Ansichten und Anschauungen Jugendlicher. Dieser Fluss wird durch Jugendliche gespeist und von ihnen auch ständig wieder angezapft. Da aber die Speisung dieses Flusses nicht immer vor Ort, also in der Gemeinde passiert, sondern immer öfter über die vielfältigen Kanäle der Medien erfolgt, muss sich auch die Jugendarbeit solche Kanäle schaffen. Von der richtigen Information zur richtigen Zeit, vom Ressourcensharing (Ressourcen richtig nutzen und nutzbar machen, Ressourcen teilen) hängt sehr oft der Erfolg eines Projektes einer Gemeinde, eines Bezirkes, einer Stadt, eines Landes nicht nur im Bereich Jugendarbeit ab. Ressourcen teilen, Informationen austauschen, neue Flüsse im Leben Jugendlicher erkennen und ausbauen, all dies ist nur durch enge Zusammenarbeit zwischen den Strukturen der Offenen Jugendarbeit möglich. Durch eine vielschichtige Vernetzung wird diese Zusammenarbeit erleichtert.

Was?

Die Vernetzung zwischen den Strukturen in der Offenen Jugendarbeit umfasst folgende Bereiche:
  • Interessensvertretung und Lobbyarbeit für die Offene Jugendarbeit
  • Fachstelle für Offene Jugendarbeit in Südtirol
  • Servicestelle für die Offene Jugendarbeit
  • Koordinationsstelle von regionalen und internationalen Projekten.

Jeder dieser vier Bereiche wird im Tätigkeitsprogramm für das laufende Jahr in erreichbare Ziele unterteilt. Die Ziele oder Teilprojekte werden von den Mitgliedern, vor allem von den hauptamtlichen MitarbeiterInnen der Treffs und Zentren, selbst bestimmt. Der Erreichungsgrad der festgelegten Ziele ist der Maßstab für den Erfolg der Vernetzung und stellt die Gewinnausschüttung für die Mitgliedervereine dar.

Wer?

Die Vernetzungsarbeit geschieht durch die Koordinationsstelle des Netzwerks der Jugendtreffs und –Zentren Südtirols. Die der Jugendarbeit inhärente Dynamik lässt es nicht zu, diese Stelle an einen physischen Ort zu binden, deshalb sind die Mitarbeiter ständig vor Ort in den Strukturen unterwegs, um mit den JugendarbeiterInnen neue Strategien, Projekte, Visionen anzugehen und zu verwirklichen.

Wie?

Der persönliche Kontakt ist die wichtigste Vernetzungsstrategie. Als Hilfsmittel wird das Internet benutzt, um Informationen schnell zur Hand zu haben. Die Produktpalette besteht aus den von den Mitgliedsvereinen definierten Zeilen in den einzelnen Aktivitätsbereichen.

Spannungsfelder und Spielräume

Die Offene Jugendarbeit steht in einem ständigen Dialog zwischen der Dynamik der Lebenswelt Jugendlicher und den wandelnden Wertemustern der Lebenswelt der Erwachsenen. JugendarbeiterInnen stellen in diesem Bereich oft die einsamen HeldInnen und Don Quijote dar. Anhand der Vernetzung der JugendarbeiterInnen wird erreicht, dass sie nicht alle allein gegen die Windmühlen kämpfen müssen, sondern dass die Gemeinschaft der JugendarbeiterInnen gefördert und die Jugendarbeit in den Vordergrund gestellt werden kann.

Mitwirkung und Beteiligung

Ein Netzwerk wird immer aus TeilnehmerInnen bestehen, die geben können und jene die nehmen müssen. Idealerweise werden die TeilnehmerInnen einmal die erste und ein andermal die zweite Rolle einnehmen. Die Wechselwirkung in diesem Rollenspiel stellt den Mehrwert der Vernetzung für die Jugendarbeit dar.


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