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Story  »  Mo, 02/05/2022

Wichtigkeit von Beziehungsarbeit bestätigt

Mitgliedervollversammlung 2022


Am vergangenen 29.04.22 hielt netz | Offene Jugendarbeit seine jährliche Mitgliedervollversammlung im Museion in Bozen ab. Der Dachverband vernetzt Jugendtreffs, Jugendzentren, Jugendkulturvereine und andere Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit in Südtirol. Gegenwärtig sind mit zwei Neuzugängen 53 Organisationen im „netz“ zusammengeschlossen.

Zu den geladenen Gästen gehörten unter anderem Helga Baumgartner, Geschäftsführende Amtsdirektorin im Amt für Jugendarbeit, Brita Köhler, Vertreterin des Museions, Dr. Daniela Höller, Südtirols Kinder- und Jugendanwältin und Landesrat Philipp Achammer. Letzterer bezog sich in seiner Rede auf die kürzlich erschiene ASTAT-Jugendstudie. Die Studie zeigt auf, dass unter den Gedanken, welche die Jugendlichen häufig beschäftigen, die Angst zu versagen, Traurigkeit und Einsamkeit auf rasante Weise steigen und das, so ergänzte Achammer, obwohl junge Menschen noch nie so viele Kontakte gehabt hätten. Echte, wertschätzende Beziehungen wie sie in der Offenen Jugendarbeit gelebt werden, seien genau das was Heranwachsende weiterbringen könne und sei, führte Achammer weiter aus, zeitgemäßer denn je.

Der scheidende Präsident Robert Perathoner dankte in seiner Abschiedsrede allen Ehrenamtlichen, Beruflichen sowie Freiwilligen und argumentierte ähnlich wie Achammer. In Zeiten der Pandemie habe sich laut Perathoner gezeigt, dass die Offene Jugendarbeit es schafft das Beste aus den Gegebenheiten zu machen, zunächst virtuell und sobald es irgendwie möglich war, physisch. „Ihr wart für die Jugendlichen da und habt einen Hauch von Normalität versprühen können – Ihr gebt mit Beziehungsarbeit Perspektive und Hoffnung“, unterstrich Perathoner. Der neue Präsident bzw. die neue Präsidentin wird in der ersten konstituierenden Sitzung der neuen Verbandsleitung bestimmt, welche sich wie folgt zusammensetzt: (Im Foto vlnr.) Vera Verant, Florian Ploner, Barbara Klecha, Wolfram Nothdurfter und Veronika Pareiner.

Das berufliche Team stellte die wichtigsten Tätigkeiten des vergangenen Jahres vor. netz feierte 2021 beispielsweise sein 20-jähriges Bestehen. Seit 2001 wurden bislang drei Handbücher zur Offenen Jugendarbeit herausgegeben. Die aktuelle Version wurde im letzten Jahr ins Italienische übersetzt und veröffentlicht. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden verschiedenste Netzwerktreffen & Arbeitskreise initiiert und das Projekt „JugendCoachingGiovani“ lanciert. Die Jugendcoachs begleiten seit 2014 Jugendliche eine Arbeit, eine Lehrstelle oder einen für sie geeigneten Bildungsweg zu finden. Anfang September 2021 hat ein Pilotprojekt zur Berufsbildung und -beratung für Jugendliche mit Migrationshintergrund begonnen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, jugendlichen Seiteneinsteiger*innen mit jüngerer Migrationsgeschichte, Berufs- und Ausbildungsorientierung sowie die Möglichkeit zu bieten, Kenntnisse in den Landessprachen sowie in schulischen Grundlagenfächern zu erwerben und auszubauen. Neben der Pädagogischen Abteilung/Sprachenzentren, der Deutschen Bildungsdirektion, der Landesberufsschule für Handwerk und Industrie Bozen, dem Realgymnasium Bozen und der Koordinierungsstelle für Integration ist das JugendCoachingGiovani ein wichtiger Kooperationspartner in diesem Projekt.

Anlässlich des Tages der Offenen Jugendarbeit, der im April des vergangenen Jahres stattfand, haben landesweit Jugendtreffs, Jugendzentren und Jugendkulturvereine gemeinsam mit jungen Menschen Aktionen durchgeführt. Digitale und analoge Angebote haben auf die Relevanz professioneller Offener Jugendarbeit hingewiesen und sie zusätzlich in ihrer Vielfalt aufgezeigt. Der Aktionstag stand unter dem Motto „Räume ge|schaffen: Für die Jugend.“


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03/05/2022 PDF - netz Tätigkeitsbericht 2022 10.4 MB herunterladen