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Story  »  Do, 11/12/2025

Offene Jugendarbeit zwischen Auftrag und Selbstverständnis: Die 19. bOJA-Fachtagung

Für Jugendliche da sein - auch in Krisenzeiten


Die Jahrestagung der Offenen Jugendarbeit versammelte über 250 Fachkräfte aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Drei Tage lang wurde über aktuelle Entwicklungen, die Bedeutung tragfähiger Beziehungen und die Rolle der Jugendarbeit als wichtiger Partner in der Früherkennung von Problemen diskutiert.

Die 19. Jahrestagung der Offenen Jugendarbeit fand heuer von 23. bis 25. November 2025 in Pörtschach statt. Fachkräfte aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Südtirol und weiteren Regionen nutzten die Fachtagung, um sich intensiv zu aktuellen Entwicklungen im Aufwachsen junger Menschen auszutauschen.

Gemeinsam mit der AGJD, dem JuZe Naturns, dem Jugendzentrum Fly und dem PapperlaPapp war auch netz | Offene Jugendarbeit bei diesem zentralen Fachkongress vertreten, um Impulse für die Südtiroler Jugendarbeit zu sammeln.

Räume der Entfaltung und Früherkennung

Die politischen Grußworte unterstrichen die gesellschaftliche Relevanz der Offenen Jugendarbeit: „Die Räume der Offenen Jugendarbeit stehen für Beteiligung, Mitbestimmung und persönliche Entfaltung“, so der Kärntner Landesrat für Jugend Peter Reichmann, der gleichzeitig die Bedeutung der Jugendarbeit in der Früherkennung von Problemen und Herausforderungen betonte.
Wie kaum ein anderes Handlungsfeld der Sozialen Arbeit orientiert sich Offene Jugendarbeit an den Bedarfen, Interessen und Ressourcen junger Menschen. Die Fachkräfte unterstützen Jugendliche bei der Aneignung und Nutzung des öffentlichen Raums – und das zunehmend auch digital.
Welchen bedeutenden Unterschied die Arbeit der Fachkräfte macht, hob die Abgeordnete zum Kärntner Landtag Manuela Lobnik hervor: „Ich war selber ein Jugendzentrumskind.“ Ihr Fazit, das die gesamte Profession würdigt: „Eure Arbeit ist Gold wert.“

Programm und Vernetzung über Fachgrenzen hinaus

Neben spannenden Fachvorträgen von Expertinnen wie der Philosophin Lisz Hirn und FH-Prof.in Katrin Feldermann diskutierten die Teilnehmer*innen in zahlreichen Workshops, Podien und Worldcafés. Der Austausch beschränkte sich nicht nur auf Fachkolleg*innen: Auch Vertreter*innen anderer Felder, wie Politik, Polizei, Arbeitsmarkt und Schule, waren eingebunden.
Die Tagung beleuchtete intensiv die vielschichtige Rolle der Jugendarbeit in einer Gesellschaft, die sich rasant verändert. Ein zentraler Tenor war die Notwendigkeit, „für Jugendliche da zu sein, auch wenn es turbulent wird“.
Silvia Vrzak, bOJA-Vorsitzende, fasste zusammen: „In herausfordernden Zeiten sind Kooperation und Vernetzung besonders wichtig, um bestmöglich für junge Menschen da sein zu können. Dafür braucht es tragfähige Beziehungen zu den Jugendlichen, aber auch zu anderen Dialoggruppen.“
Die Südtiroler Fachkräfte nutzten die Gelegenheit, um mit Kolleg:innen aus ganz Österreich in den Dialog zu treten, sich über innovative Methoden auszutauschen und ihre eigenen Erfahrungen aus der lokalen Jugendarbeit einzubringen.
Mit vielen neuen Ideen, gestärkten Kontakten und einer klaren Haltung zur Bedeutung tragfähiger Beziehungen zu Jugendlichen kehrten die Teilnehmer:innen nach Hause zurück. Die gesammelten Erkenntnisse werden nun in die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der Offenen Jugendarbeit in Südtirol einfließen.

Ein großes Dankeschön geht an das bundesweite Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA) für die wie immer hervorragende Organisation und die Bereitstellung dieses wichtigen Raumes für Fachaustausch und Community-Building!