Am 11. Dezember 2025 fand online via Zoom das letzte Netzwerktreffen dieses Jahres unter dem Titel „Toxische Influencer*innen & Antifeminismus – Über die Verbreitung der Ungleichheitsideologie in sozialen Medien und wie die Jugendarbeit damit umgehen kann“ statt. Das Netzwerktreffen war ein Zusammenschluss des Genderfachkreises und dem Netzwerk Medien & Jugend. Knapp 60 Fachkräfte der Jugendarbeit setzten sich mit Herausforderungen im digitalen Raum auseinander. Ziel war es, die Teilnehmenden für die Mechanismen des digitalen Antifeminismus zu sensibilisieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Arbeit mit jungen Menschen zu vermitteln.
Der Vormittag begann mit einer Einführung durch Alexander Moschitz aus Graz, der am Institut für Männer- und Geschlechterforschung sowie in der Fachstelle für Burschenarbeit im VMG tätig ist. Moschitz erklärte grundlegende Konzepte rund um Geschlecht, Männlichkeit(en) und Feminismus sowie zentrale Begriffe wie Sexismus, Antifeminismus, Misogynie, Anti-Genderismus und Anti-Woke. Anschließend ging er auf die verschiedenen Akteur*innen des digitalen Antifeminismus ein, darunter MGTOWs, Pick-Up-Artists, INCELs, Tradwives, die Red-Pill-Ideologie und religiös motivierter Antifeminismus. Besonders hervorgehoben wurde die sogenannte „Manosphere“ – Online-Netzwerke, die reaktionäre Männlichkeitsbilder propagieren.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Anschlussfähigkeit dieser Ideologien an Jugendliche und junge Erwachsene. Moschitz verdeutlichte, wie gezielte Propaganda über soziale Medien wirkt und warum es wichtig ist, die handelnden Akteur*innen in die Verantwortung zu nehmen, ohne die Jugendlichen zu viktimisieren. Studien wie „Manfluencers and young men’s misogynistic attitudes“ wurden vorgestellt, um die Wirkmechanismen empirisch zu untermauern.
Nach einer kurzen Pause arbeiteten die Teilnehmenden in Breakout-Sessions, um sich über ihre Beobachtungen und Erfahrungen auszutauschen. Anschließend folgte ein praktischer Methodenblock, der für die Arbeit mit Jugendlichen genutzt werden kann: Bei der Methode „Real Men“ wurden stereotype Rollenbilder hinterfragt und persönliche Vorbilder reflektiert. Weitere Methoden wie „RelationSHIP“ wurden vorgestellt, ebenso wie Podcasts und Methodenbücher zur Vertiefung der Themen.
Der Genderfachkreis endete mit einer gemeinsamen Abschlussrunde.
Ein vertiefendes, zweitägiges Seminar wird im April im Jukas Brixen stattfinden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: Toxische Influencer(*innen) | Bildungshaus Jukas.
Die Teilnehmenden wurden eingeladen, Themen für zukünftige Arbeitskreise zu sammeln: Themensammlung für Arbeitskreise
Zudem konnte Feedback zu den Angeboten des Netzwerks Medien & Jugend für 2025 gegeben werden: Umfrage zu den Angeboten des Netzwerks 2025
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