Vertrauen ist eine der zentralen Grundlagen der Offenen Jugendarbeit (OJA) und zugleich etwas, das sich nicht einfach so herstellen lässt. Es entsteht in Beziehungen, im gemeinsamen Alltag und vor allem dort, wo jungen Menschen tatsächlich etwas zugetraut wird. Und das braucht Zeit. Gerade in der Offenen Jugendarbeit, die auf Freiwilligkeit, Beziehung und Partizipation basiert, zeigt sich Vertrauen nicht in großen Konzepten, sondern in konkreten Entscheidungen: Wer entscheidet, was im Jugendzentrum passiert? Wer darf ein Konzert organisieren? Wer bekommt einen Schlüssel für den Jugendraum? Und wie gehen wir damit um, wenn dabei nicht alles reibungslos läuft?
Jungen Menschen Vertrauen zu schenken bedeutet, ihnen mehr zuzutrauen als bloße Teilnahme. Es bedeutet, ihnen Verantwortung zu übergeben und auszuhalten, dass nicht alles kontrollierbar ist. Genau darin liegt jedoch eine große Chance. Wenn Jugendliche Räume selbst verwalten, Veranstaltungen organisieren oder eigene Projekte umsetzen dürfen, erleben sie, dass ihr Handeln Wirkung hat. Sie erfahren Selbstwirksamkeit: das Gefühl, etwas bewegen und gestalten zu können. Diese Erfahrungen sind besonders wertvoll in einer Zeit, in der viele junge Menschen häufig das Gefühl haben, dass über sie entschieden wird, ohne dass sie selbst Einfluss nehmen können.
In vielen Jugendzentren zeigt sich immer wieder, wie stark junge Menschen an Aufgaben wachsen können, wenn man ihnen etwas zutraut. Jugendliche, die zunächst „nur“ Besucher*innen eines offenen Treffs waren, übernehmen plötzlich Verantwortung für Veranstaltungen, kümmern sich um Technik, Werbung oder Ablaufpläne und lernen dabei ganz nebenbei Organisation, Kommunikation und Konfliktlösung. Andere gestalten selbstständig Workshops oder übernehmen Verantwortung für bestimmte Bereiche im Jugendzentrum. Solche Prozesse brauchen Zeit und Begleitung, aber sie schaffen oft eine starke Identifikation mit dem Ort und der Gemeinschaft.
Ulrich Deinet beschreibt Offene Jugendarbeit als Raum der Aneignung. Jugendliche sollen Räume nicht nur konsumieren, sondern sie sich aktiv aneignen und mitgestalten können. Dafür braucht es Freiräume und Erwachsene, die bereit sind, Kontrolle zu teilen. Auch Benedikt Sturzenhecker betont, dass echte Partizipation nur dort möglich ist, wo junge Menschen tatsächlich Einfluss nehmen können. Beteiligung bedeutet nicht nur, nach Meinungen zu fragen, sondern Verantwortung und Entscheidungsmöglichkeiten abzugeben. Vertrauen wird damit zu einer demokratischen Praxis.
Gleichzeitig ist Vertrauen nie risikofrei. Wer Verantwortung überträgt, muss akzeptieren, dass Fehler passieren. Vielleicht wird ein Raum nicht ordentlich hinterlassen, eine Veranstaltung schlecht organisiert oder eine Abmachung nicht eingehalten. Solche Situationen gehören zur Realität der Offenen Jugendarbeit. Die Herausforderung besteht darin, Fehler nicht sofort als Beweis dafür zu sehen, dass Vertrauen „nicht funktioniert“, sondern als Teil von Lernprozessen. Junge Menschen lernen Verantwortung nicht durch Kontrolle, sondern indem sie Verantwortung tatsächlich übernehmen dürfen.
Für Fachkräfte bedeutet das oft, Spannungen auszuhalten. Zwischen Freiraum und Aufsichtspflicht, zwischen Chaos und Struktur, zwischen Vertrauen und Absicherung. Es braucht professionelle Einschätzung und klare Rahmenbedingungen, aber auch die Bereitschaft, Unsicherheiten zuzulassen. Vertrauen bedeutet nicht, Jugendliche allein zu lassen, sondern sie zu begleiten, ohne jeden Schritt vorzugeben.
Dabei stellt sich auch die Frage, wem wir eigentlich Vertrauen schenken. Häufig bekommen jene Jugendliche Verantwortung, die ohnehin als verlässlich gelten. Gerade die Offene Jugendarbeit hat jedoch den Anspruch, auch jungen Menschen Chancen zu eröffnen, die andernorts oft Misstrauen erfahren. Vertrauen kann hier eine enorme Wirkung entfalten. Wenn Jugendliche erleben, dass ihnen trotz Fehlern oder schwieriger Erfahrungen etwas zugetraut wird, kann das Beziehungen stärken und neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.
Vertrauen ist jedoch keine Einbahnstraße. Nicht nur junge Menschen brauchen Vertrauen, sondern auch die Offene Jugendarbeit selbst ist darauf angewiesen. Damit Jugendarbeit langfristig gute Beziehungen aufbauen und verlässliche Räume für junge Menschen schaffen kann, braucht sie Vertrauen von Seiten der Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Offene Jugendarbeit wirkt oft langfristig und nicht immer sofort sichtbar. Manchmal sind Jugendzentren voll, manchmal werden sie weniger genutzt. Doch gerade darin liegt ihre Bedeutung: Sie sind da, wenn junge Menschen sie brauchen.
Diese Orte dürfen deshalb nicht ständig unter Rechtfertigungsdruck stehen oder nur nach kurzfristigen Nutzungszahlen bewertet werden. Junge Menschen brauchen verlässliche Räume, die bleiben - Orte, an denen Beziehungen wachsen können und an denen sie willkommen sind, auch wenn sie vielleicht eine Zeit lang nicht auftauchen. Vertrauen in die Offene Jugendarbeit bedeutet daher auch, ihre Arbeit langfristig abzusichern und ihr die Stabilität zu geben, die sie braucht, um jungen Menschen Stabilität bieten zu können.
Vertrauen ist eine der zentralen Grundlagen der Offenen Jugendarbeit (OJA) und zugleich etwas, das sich nicht einfach so herstellen lässt. Es entsteht in Beziehungen, im gemeinsamen Alltag und vor allem dort, wo jungen Menschen tatsächlich etwas zugetraut wird. Und das braucht Zeit. Gerade in der Offenen Jugendarbeit, die auf Freiwilligkeit, Beziehung und Partizipation basiert, zeigt sich Vertrauen nicht in großen Konzepten, sondern in konkreten Entscheidungen: Wer entscheidet, was im Jugendzentrum passiert? Wer darf ein Konzert organisieren? Wer bekommt einen Schlüssel für den Jugendraum? Und wie gehen wir damit um, wenn dabei nicht alles reibungslos läuft?
Jungen Menschen Vertrauen zu schenken bedeutet, ihnen mehr zuzutrauen als bloße Teilnahme. Es bedeutet, ihnen Verantwortung zu übergeben und auszuhalten, dass nicht alles kontrollierbar ist. Genau darin liegt jedoch eine große Chance. Wenn Jugendliche Räume selbst verwalten, Veranstaltungen organisieren oder eigene Projekte umsetzen dürfen, erleben sie, dass ihr Handeln Wirkung hat. Sie erfahren Selbstwirksamkeit: das Gefühl, etwas bewegen und gestalten zu können. Diese Erfahrungen sind besonders wertvoll in einer Zeit, in der viele junge Menschen häufig das Gefühl haben, dass über sie entschieden wird, ohne dass sie selbst Einfluss nehmen können.
In vielen Jugendzentren zeigt sich immer wieder, wie stark junge Menschen an Aufgaben wachsen können, wenn man ihnen etwas zutraut. Jugendliche, die zunächst „nur“ Besucher*innen eines offenen Treffs waren, übernehmen plötzlich Verantwortung für Veranstaltungen, kümmern sich um Technik, Werbung oder Ablaufpläne und lernen dabei ganz nebenbei Organisation, Kommunikation und Konfliktlösung. Andere gestalten selbstständig Workshops oder übernehmen Verantwortung für bestimmte Bereiche im Jugendzentrum. Solche Prozesse brauchen Zeit und Begleitung, aber sie schaffen oft eine starke Identifikation mit dem Ort und der Gemeinschaft.
Ulrich Deinet beschreibt Offene Jugendarbeit als Raum der Aneignung. Jugendliche sollen Räume nicht nur konsumieren, sondern sie sich aktiv aneignen und mitgestalten können. Dafür braucht es Freiräume und Erwachsene, die bereit sind, Kontrolle zu teilen. Auch Benedikt Sturzenhecker betont, dass echte Partizipation nur dort möglich ist, wo junge Menschen tatsächlich Einfluss nehmen können. Beteiligung bedeutet nicht nur, nach Meinungen zu fragen, sondern Verantwortung und Entscheidungsmöglichkeiten abzugeben. Vertrauen wird damit zu einer demokratischen Praxis.
Gleichzeitig ist Vertrauen nie risikofrei. Wer Verantwortung überträgt, muss akzeptieren, dass Fehler passieren. Vielleicht wird ein Raum nicht ordentlich hinterlassen, eine Veranstaltung schlecht organisiert oder eine Abmachung nicht eingehalten. Solche Situationen gehören zur Realität der Offenen Jugendarbeit. Die Herausforderung besteht darin, Fehler nicht sofort als Beweis dafür zu sehen, dass Vertrauen „nicht funktioniert“, sondern als Teil von Lernprozessen. Junge Menschen lernen Verantwortung nicht durch Kontrolle, sondern indem sie Verantwortung tatsächlich übernehmen dürfen.
Für Fachkräfte bedeutet das oft, Spannungen auszuhalten. Zwischen Freiraum und Aufsichtspflicht, zwischen Chaos und Struktur, zwischen Vertrauen und Absicherung. Es braucht professionelle Einschätzung und klare Rahmenbedingungen, aber auch die Bereitschaft, Unsicherheiten zuzulassen. Vertrauen bedeutet nicht, Jugendliche allein zu lassen, sondern sie zu begleiten, ohne jeden Schritt vorzugeben.
Dabei stellt sich auch die Frage, wem wir eigentlich Vertrauen schenken. Häufig bekommen jene Jugendliche Verantwortung, die ohnehin als verlässlich gelten. Gerade die Offene Jugendarbeit hat jedoch den Anspruch, auch jungen Menschen Chancen zu eröffnen, die andernorts oft Misstrauen erfahren. Vertrauen kann hier eine enorme Wirkung entfalten. Wenn Jugendliche erleben, dass ihnen trotz Fehlern oder schwieriger Erfahrungen etwas zugetraut wird, kann das Beziehungen stärken und neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.
Vertrauen ist jedoch keine Einbahnstraße. Nicht nur junge Menschen brauchen Vertrauen, sondern auch die Offene Jugendarbeit selbst ist darauf angewiesen. Damit Jugendarbeit langfristig gute Beziehungen aufbauen und verlässliche Räume für junge Menschen schaffen kann, braucht sie Vertrauen von Seiten der Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Offene Jugendarbeit wirkt oft langfristig und nicht immer sofort sichtbar. Manchmal sind Jugendzentren voll, manchmal werden sie weniger genutzt. Doch gerade darin liegt ihre Bedeutung: Sie sind da, wenn junge Menschen sie brauchen.
Diese Orte dürfen deshalb nicht ständig unter Rechtfertigungsdruck stehen oder nur nach kurzfristigen Nutzungszahlen bewertet werden. Junge Menschen brauchen verlässliche Räume, die bleiben - Orte, an denen Beziehungen wachsen können und an denen sie willkommen sind, auch wenn sie vielleicht eine Zeit lang nicht auftauchen. Vertrauen in die Offene Jugendarbeit bedeutet daher auch, ihre Arbeit langfristig abzusichern und ihr die Stabilität zu geben, die sie braucht, um jungen Menschen Stabilität bieten zu können.
Verfasser: Simon Feichter netz | Dachverband Offene Jugendarbeit - Junge Kultur & Musik
