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Story  »  Do, 31/01/2019

Eine junge Frau, die sich den Worten verschrieb

Die Jungautorin und Poetryslamerin Lena Wopfner hat mit 18 Jahren drei Romane veröffentlicht, zwei weitere sollen folgen.


Lena, du hast mit zwölf Jahren deinen ersten Roman „Amanda – Das mysteriöse Mädchen“ fertiggestellt. Was war damals dein Antrieb?
Rückblickend verstehe ich, dass mir das Schreiben und Geschichtenerzählen schon in der Grundschule wichtig war. Jedenfalls habe ich damals schon angefangen mir die ersten Geschichten auszudenken und die ersten Seiten zu schreiben, einfach weil es mir gefiel. Als ich zwölf war, kaufte sich meine Familie einen Laptop, von da an begann ich darauf regelmäßig zu schreiben. Am Anfang war es eine Seite pro Tag, dann wurden es sogar zwei. Innerhalb eines halben Jahres schrieb ich so insgesamt 210 Seiten.

Neben der Technik, welche Personen haben dich im Schreiben bestärkt?
Im Deutschunterricht in der Mittelschule haben wir Personenbeschreibungen verfasst, das gefiel mir damals sehr. Später in der Oberschule besuchte ich auch Schreibworkshops, die von der Schule organisiert wurden.

Also haben dich deine Deutschlehrer*innen unterstützt?
Meine Deutschlehrerin in der Mittelschule wusste zu Beginn gar nichts, jedenfalls habe ich es nur meinem engeren Umfeld erzählt. Erst im Zuge meiner Abschlussarbeit begann ich mit meiner damaligen Lehrerin über das Schreiben zu sprechen. Ich hatte nämlich einen Gutschein zum Binden meines Buches erhalten und bat sie darum, mir bei der Korrektur der Fehler zu helfen. Insgesamt fühle ich mich eigentlich in einem klassischen Schülerin-Lehrer*innen-Verhältnis wohler und versuche die Schule und das Schreiben eher zu trennen.

Wie waren die Reaktionen anderer Erwachsener?
Manche waren überrascht. Alle waren bisher aber respektvoll und ich fühlte mich immer ernstgenommen. und obwohl ich nie eine negative Kritik von Erwachsenen erlebt habe, fühle ich mich, was den Austausch angeht, bei Gleichaltrigen besser aufgehoben.

Warum das?
Meine ersten Veröffentlichungen waren Fantasyromane, ein Genre, das eher von jüngeren Menschen gelesen wird, darum war es naheliegend Gleichaltrige um Feedback zu fragen. Aber ich bin auch der Meinung, dass sich einige Erwachsene vielleicht schwertun sich in meine Denkweise und Lage zu versetzen, einfach weil ich noch viel jünger bin als sie. Von manchen Erwachsenen wird man gerne bewertet, aber ich möchte einfach mein eigenes Ding machen, da ich für mich selbst schreibe, ganz einfach, weil es mir gefällt.

Wer bekommt als Erstes neue Texte von dir zu lesen?
Meine Schreibfreundin Anna Maria. Sie ist in meinem Alter. Wir haben uns beim Literaturwettbewerb der Südtiroler Sparkasse im Frühjahr 2017 kennengelernt. Seitdem tauschen wir uns über unsere Texte aus.

Gibt es viele junge Autor*innen in Südtirol?
Nein, viele würde ich nicht sagen aber es gibt eine Handvoll. Ich ­denke schon, dass einige schreiben, zum Beispiel ein Tagebuch, aber nur wenige veröffentlichen ihre Texte. Es gibt einige die bei Poetry Slams ihre Texte vortragen oder bei Literaturwettbewerben mitmachen. Die meisten jungen Autor*innen habe ich übrigens so kennengelernt. Das Schreiben nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, vor allem wenn man es wirklich ernsthaft machen will. Wie jedes andere Hobby muss es einem sehr gut gefallen. Insgesamt ist das Schreiben eher eine seltenere Freizeitbeschäftigung. Schließlich kenne ich auch kaum Erwachsene, die in ihrer Freizeit viel schreiben.

Wie ging es nach deiner ersten Veröffentlichung weiter?
Nach meinem ersten Roman „Amanda – Das mysteriöse Mädchen“, schrieb ich mit 13 Jahren „Mondlächeln“. Diesen Roman veröffentlichte ich im Jahr 2016 und 2018 dann auch dessen Fortsetzung „Mondtränen“. Publiziert habe ich die Bücher über eine Selfpublishing-Plattform, die es mir ermöglichte die Bücher so zu veröffentlichen, wie ich es wollte. Für den nächsten, schon fertiggestellten Zweiteiler „Schicksalszeilen“ und „Schicksalszeilen Wortlos“ habe ich vor einen Verlag anzuschreiben. Mal schauen wie sich das ­entwickelt. Gegenwärtig arbeite ich an einem weiteren Zweiteiler, „Rette mich, wenn du Zeit hast“ und „Rette mich, wenn du kannst“. Parallel dazu nehme ich im Ostwestclub an Poetryslam-Abenden teil, letztes Jahr durfte ich Südtirol bei der U20-Meisterschaft in Vorarlberg Österreich vertreten.

Und was planst du für deine Zukunft?
Ich werde nach der Matura wahrscheinlich Germanistik und Französisch auf Lehramt studieren. Neben dem Studium schreibe ich bestimmt weiter, ich kann mir nicht vorstellen damit aufzuhören. Was ich danach beruflich machen werde ist natürlich noch völlig offen. Ich denke der Lehrberuf würde mir gefallen.

Möchtest du noch ein paar Zeilen vortragen?
Eine meiner Lieblingszeilen aus der Kurzgeschichte „Ewigkeiten“ ist: „Schon seit Tagen schien der Himmel stillzustehen. Er war in ewiges Grau getaucht und sie verwarf die Vorstellung des Bilderbuchhimmels wie der Wind, wenn er ein Blatt in die Weite trägt.“