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Story  »  Mi, 15/05/2019

Plattform vom 09.05.2019

„Ein gutes Leben braucht einen geilen Sound“


Die Vielfalt von Noten und deren Zusammenspiel ergibt eine abwechslungsreiche, bunte und unverwechselbare Lebensmelodie. Wenn stets dieselben Noten gespielt werden, entsteht hingegen ein monotoner Sound – ein eintöniges Leben. Diese Allegorie charakterisiert eindringlich die Wirkungsweise von Abhängigkeit und Sucht.

Bei der dritten Plattform im Jahr 2019 setzten sich die Jugendarbeiter*innen mit dem Themenkomplex „Konsum im Jugendalter“ auseinander. Alois Wieser und Valentina Bettarini von La Strada-Der Weg begleiteten den Tag. Anhand eines Impulsreferates am Vormittag gaben sie Einblick in die Konsumwelt von jungen Menschen. Bereichert durch wertvolle Inputs, anschauliche Praxisbeispiele und vielfältige Erfahrungswerte wurden speziell der Drogenkonsum (inklusive Alkoholkonsum) im Jugendalter thematisiert.

Gemeinsam befassten wir uns mit den Inhaltstoffen und Wirkungen von unterschiedlichen Substanzen, mit psychischen sowie körperlichen Symptomen und möglichen Pathologien. Wir erläuterten Signale der problematischen Entwicklungen in besonderen Lebenssituationen, potenzielle Schutzfaktoren und Bewältigungsstrategien von konsumierenden Menschen. Außerdem brachen wir gesellschaftlich, kommerziell sowie politisch motivierte Aspekte des Konsums auf und diskutierten über rechtliche Grundlagen.

Am Nachmittag sammelten die Jugendarbeiter*innen anhand der interaktiven Kleingruppenarbeit wertvolle Erkenntnisse für die Begleitung von konsumierenden Jugendlichen und erweiterten ihre Handlungsmöglichkeiten in der Offener Jugendarbeit. Durch die kritische Reflexion und den Transfer in die Alltags- bzw. Arbeitsrealität, wurde deutlich, dass wir in einer Konsumgesellschaft leben und nur durch Konsum überleben.

In der Arbeit mit jungen Menschen steht nicht der Konsum an sich im Mittelpunkt, auch nicht die Häufigkeit, die Art und Weise, die Menge, die Geschwindigkeit oder die Intensität des Konsums. Im Mittelpunkt steht der Mensch mit samt seiner Entwicklung, Menschen und Menschengruppen mit samt ihren Gefühlen und Bedürfnissen. Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen sind Indikatoren für Bedürfnisse. Konsum, egal ob problematisch oder unproblematisch, ist der Versuch einer Bedürfnisregulierung.

Gemeinsam mit Jugendlichen gilt es den Kreislauf von Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen zu hinterfragen und Bewusstsein darüber zu entwickeln, welche Funktionen der Konsum von Substanzen übernimmt. Zentrale Aufgabe der Offenen Jugendarbeit ist hierbei die „Begleitung zum inneren Gleichgewicht“, die „Zentrierung“ sowie „Mittigkeit“ der Jugendlichen sowie der Jugendarbeiter*innen selbst. Die Beziehung zum jungen Menschen ist DIE Eintrittskarte für ihre Lebenswelt. Durch Vertrauen, Verständnis und Einfühlungsvermögen wird Beziehung getaktet. Auch Eingrenzung, Reibung und Konfrontation geben Rhythmus. Speziell in der Zeit der Veränderung, des Wachsens, des Sich-Findens, in der Zeit, wo junge Menschen sich von ihrem Zuhause ein Stück weit ablösen, sich mit eigenen Potentialen entfalten und Identität entwickeln, sind Bezugspunkte essenziell.

Mit Rhythmus in der Beziehungsarbeit für einen geilen Sound im Leben!


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15/05/2019 PDF - Kurzprotokoll Plattform Mai 19 263 KB herunterladen (geschützt)
15/05/2019 PDF - Konsum im Jugendalter - Handout 2.4 MB herunterladen (geschützt)
15/05/2019 PDF - Tag der OJA - Ideensammlung Plattform Mai 19 9.7 MB herunterladen (geschützt)
15/05/2019 MP3 - Audiomitschnitt Plattform Mai 19 102.4 MB herunterladen (geschützt)