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Story  »  Mi, 10/11/2021

Happy B-Day!

20 Jahre netz I Offene Jugendarbeit


netz I Offene Jugendarbeit, der Dachverband der Jugendtreffs, Jugendzentren, Jugendkulturvereine und anderen Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit in Südtirol, feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen.

Der Dachverband wurde im Jahr 2001 als „N.E.T.Z. – Netzwerk der Jugendtreffs und -zentren in Südtirol“ auf Initiative von engagierten Personen in der Offenen Jugendarbeit gegründet. Diese setzten es sich zum Ziel, die Interessen der Jugendtreffs und Jugendzentren landesweit zu vertreten und die Offene Jugendarbeit in Südtirol zu vernetzen.  

Heute engagiert sich der Verband - nun „netz I Offene Jugendarbeit“ genannt – vor allem für die qualitative Weiterentwicklung der Offenen Jugendarbeit in Südtirol. Er will die Arbeit mit jungen Menschen stärken und ihre Wirkung sichtbar machen. netz I Offene Jugendarbeit begleitet dabei junge Menschen, ehrenamtlich Tätige und beruflich Mitarbeitende der Offenen Jugendarbeit, stärkt deren Selbstreflexion und Selbstwirksamkeit und fördert ihre Mitverantwortung im sozialen Umfeld.

Der Verband definiert sich somit als Vernetzungsstelle für Menschen, Einrichtungen, Projekte und Ideen, als Kompetenzstelle für Information, Begleitung und Beratung, sowie als Fachstelle für Entwicklung und Qualität. 

 Zwischen der Herausgabe von bislang drei OJA-Papieren/Handbüchern, der Schaffung des Projekts „JugendCoachingGiovani“, sowie dem Ausbau verschiedenster Netzwerktreffen & Arbeitskreisen ist in den letzten 20 Jahren einiges passiert. 

Die ersten Initiativen für Offene Jugendarbeit gab es aber bereits vor der Gründung des Dachverbandes, und zwar ab Mitte der 1970er Jahre, ausgehend von lokalen Gruppierungen, die neue Freiräume für junge Initiativen beanspruchten. Die Besetzung des Ex-Monopolgebäudes in Bozen durch verschiedene alternative Vereine im Jahr 1979 gilt als der Höhepunkt dieses Engagements und steht stellvertretend für die Jugendzentrumsbewegung in Südtirol, die gekennzeichnet war von einem starken Bedürfnis nach Autonomie, nach Freiraum und nach einer Alternative. Das Jugendkollektiv Lana, das Jugendzentrum Latsch, die „Aktion Admiral“ in Tramin, die „Bude“ in der Streitergasse in Bozen, die „Alte Turnhalle“ in Bruneck, die Jugendlichen vom „Mäuerchen“ vor dem Kurmittelhaus in Meran und viele mehr, stehen für eine Jugendbewegung, die sich von den traditionellen Jugendgruppen, Jugendorganisationen und Jugendverbänden abheben und sich selbst als autonome Kulturakteure in Südtirol betätigen wollte. Ihnen fehlten Räume für kreativen Ausdruck abseits der offiziellen (Volks)Kultur. Die Jugendlichen lehnten sich gegen die Erwachsenengesellschaft auf, mit der sie sich nicht identifizieren konnten und schafften es durch ihr Aufbegehren den Lauf der Geschichte zu gestalten. Nun feiern manche der daraufhin entstandenen Jugendtreffs und Jugendzentren bereits ihr 30-jähriges Bestehen und eines ist nach wie vor klar: Junge Menschen brauchen Freiräume um ihre soziale, individuelle und kulturelle Identität erkennen und gestalten zu können. 

netz I Offene Jugendarbeit ist daher bestrebt und motiviert die OJA in Südtirol weiterhin zu vernetzen und zu stärken und hat sich für die nächsten Jahre einige wichtige Anliegen in folgenden Bereichen gesetzt: Öffentlichkeit, Sichtbarkeit, Kontakt, Professionalisierung, Prävention und Entwicklung. Im Bereich „Öffentlichkeit“ gilt es das Bild von jungen Menschen zu stärken und den fachlichen Diskurs der OJA aufrecht zu halten und Impulse zu setzen. netz I Offene Jugendarbeit möchte sich als Organisation mit ihren Mitgliedern positionieren, die Prinzipien und Tätigkeitsfelder der OJA sichtbar machen und die Gesellschaft für die Entwicklung junger Menschen sensibilisieren. Weitere wichtige Anliegen sind den Kontakt zu den Dialoggruppen aufrecht zu halten und zu stärken, sowie die Netzwerkarbeit zu pflegen und stärken. netz ist fest entschlossen die Professionalisierung der OJA voranzutreiben und dafür quantitative und qualitative Dokumentationen zu entwickeln, sowie die Entwicklung der Führung und Organisation von Einrichtungen zu begleiten. Im Bereich der Prävention beobachtet, erkennt und übernimmt netz Verantwortung und fördert präventive Maßnahmen zur Stärkung junger Menschen. netz fördert weiterhin die inhaltliche Auseinandersetzung zu gesellschaftlichen Veränderungen, recherchiert und sichert Erfahrungen und Wissen.